MWM-Baustelle

Stadtbahnbrücke Freiburg: Libero sichert Mengenermittlung ab

Abrechnung mit System - Vielfältige Selektionsmöglichkeiten in MWM-Libero

Professionelle Abrechner sind rar. Ihre spezialisierten Leistungen können sie nur mit Hilfe professioneller Softwaretools erbringen. Bautechniker Tobias Pfleghar ermittelt für die J. Friedrich Storz Verkehrswegebau die Massen im zweiten Bauabschnitt der Freiburger Stadtbahnbrücke. Unterstützt wird er dabei von MWM-Libero.

Die Stadtbahnbrücke in Freiburg aus dem Jahr 1983 dient als Hauptverbindungsachse der Innenstadt mit dem westlich angrenzenden Stadtteil Stühlinger. Seit 2019 laufen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen. Die neunfeldrige Spannbetonbrücke besteht aus drei Einzelbauwerken: Rampenbrücke Ost und West mit jeweils einer Rampe und einem Hauptbauwerk, das sich über den acht Gleisen der Deutschen Bahn befindet. Ebenfalls unter der Brücke liegen öffentliche Verkehrsflächen und Verkehrswege sowie der zentrale Omnibusbahnhof. Auf dem Bauwerk befindet sich eine Straßenbahnhaltestelle. Vom Haltestellebereich verbinden Treppen, Rolltreppen und Aufzüge den Hauptbahnhof und den ZOB mit dem Haltepunkt. Über eine Spindeltreppe der Rampenbrücke Ost gelangt man auf den Vorplatz des Konzerthauses.

Von der J. Friedrich Storz Verkehrswegebau GmbH & Co. KG, die für die Sanierung des zweiten Bauabschnitts zuständig ist, hat der staatliche geprüfte Bautechniker und Meister im Straßenbau Tobias Pfleghar den Auftrag erhalten, die Massen zu ermitteln und die Abrechnung zu erstellen. Der Bauabschnitt umfasst die Sanierung der Rampe Ost und der Rampenbrücke Ost. So werden die Kappen, Abdichtungen und Geländer der Gehwege und die Spindeltreppe erneuert sowie zwischen der Rampenbrücke Ost und dem Hauptbauwerk zwei Lager ausgetauscht. Um die Baustelle abzurechnen, setzt Pfleghar das Programm für Aufmaß, Mengenermittlung sowie Bauabrechnung des Bonner Softwarehauses MWM Software & Beratung ein, mit der er schon seit 2009 erfolgreich arbeitet.

Wichtig für die Massenermittlung: Reibungsloser Datenaustausch

Von Storz erhält Pfleghar das Leistungsverzeichnis der Baustelle in der Datenart 86 und liest es in MWM-Libero ein. Vorab klärt er jedoch mit seinem Auftraggeber, in welcher Ausgabe der REB – 1979 oder 2009 – gearbeitet werden soll, damit es nicht später zu Schwierigkeiten beim Datenaustausch kommt. Auch erstellt er im Programm eine Kriterienliste, anhand derer die Rechnungen dem entsprechenden Kostenträger zugeordnet werden können. So ist zum Beispiel für die Spindeltreppe das Stadtbauamt der Rechnungsempfänger, für die Arbeiten an der Rampenbrücke dagegen die Freiburger Verkehrs AG. Da sich manche Nachunternehmer auch die Leistungen von Pfleghar erfassen lassen, erstellt er noch ein Nachunternehmerkriterium. Darüber hinaus definiert er mit dem Auftraggeber, wer in welchem Blattbereich arbeitet, damit der Datenaustausch mittels der DA11/X31-Datei funktioniert.

MWM-Libero 14 mit neuen Funktionen

Die Version 14 von MWM-Libero, die zur BAU 2023 vorgestellt wurde, enthält Neuerungen u.a. im Bereich Mengenermittlung und Aufmaß. Positionen lassen sich auch blattweise auf REB-Blättern erfassen. Dabei zeigt MWM-Libero jetzt die dem Mengenansatz zugehörige Position an, so dass man beim Durchblättern jederzeit die Positionsinformationen im Blick hat. Das kann der Abrechnungsstand wie z.B. 78% der Position ist abgerechnet, der Eurowert der erfassten Daten, der Memo-Text mit abrechnungsrelevanten Infos oder einfach nur der Langtext sein.

Vorteile bietet die Version 14 für große Projekte, die viele Aufmaßzeilen und Zwischensummen enthalten. Hier hat MWM die Berechnungszeit von Zwischensummen erheblich verkürzt. Dauerte die Berechnung für ein Projekt mit 65.000 Aufmaßzeilen und vielen Zwischensummen bisher ca. 3,5 Minuten, so liefert die Version 14 sie jetzt in 10 Sekunden.

In regelmäßigen Abständen, manchmal mehrmals in der Woche, besucht der Bautechniker die Baustelle zur Mengenermittlung. „Ich bin überzeugt, dass man nur ordentlich abrechnen kann und dass keine Positionen vergessen werden, wenn man mit dem Polier und Bauleiter, die beide das Leistungsverzeichnis gut kennen, in ständigen Kontakt steht“, sagt er. Denn so erfährt er, ob z.B. noch nachträglich erbrachte Leistungen über einen Nachtrag abgerechnet werden müssen.

Differenzliste zeigt nicht abgerechnete Bauleistungen

Als Basis für die Besprechungen dient Tobias Pfleghar die in MWM-Libero erstellte Differenzliste, auch als Liste der „Über- und Unterschreitungen“ oder als „Soll-Ist-Vergleich“ bezeichnet. Denn in dieser kann er die ausgeschriebenen und beauftragten Leistungsverzeichnismengen mit den erfassten oder abgerechneten Mengen darstellen. „Immer wieder stelle ich fest, dass Arbeiten, die schnell ausgeführt werden, nicht aufgeschrieben werden“, so Pfleghar. „Mit dieser Vorgehensweise können wir sie erfassen und abrechnen.“ Das Programm bietet die Möglichkeit, die umfangreichen Differenzlisten solch großer Projekte zu filtern. Auswertungen wie „Zeige mir nur die Positionen, die noch nicht abgerechnet sind“ oder „Zeige mir nur die Positionen, die weniger als 90 Prozent Abrechnungssumme haben“ können so schnell erstellt werden.

Memotexte helfen bei der Leistungsabrechnung

Hilfreich für den Abrechner ist die Möglichkeit, zu jeder Position einen Memotext anzulegen. „Damit mache ich mir Notizen, dokumentiere Anmerkungen des Bauleiters oder des Poliers in Bezug auf die Abrechnung der jeweiligen Positionen. Dies können Veränderungen im Bauablauf, zurückgestellte Abrechnungen, fehlende Protokolle, Hinweise zum Grad der Fertigstellung etc. sein.“ Zwecks Übersichtlichkeit lässt er diese Positionen automatisch in der Baumstruktur markieren und in eine interne Liste drucken. In „offiziellen“ Ausdrucken erscheinen diese Notizen allerdings nicht. Mit einer Suchfunktion kann Tobias Pfleghar auch bei großen Baumaßnahmen schnell auf seine Notizen zugreifen. Zu Dokumentationszwecken kann er mittels einer Vorlage gezielt Memotexte mit ausgewählten Stichwörtern ausdrucken und erzeugt so einfach und schnell To-Do-Listen. „Bei langen Laufzeiten der Baustellen kann ich noch nach Jahren schnell auf meine Notizen zugreifen und diese dem Auftraggeber gegenüber dokumentieren“, meint er.

Am Monatsende druckt Pfleghar die Mengenermittlung als PDF-Datei inklusive Deckblatt, in dem alle benötigen Informationen aufgeführt sind, und schickt sie sowie das Libero-Projekt seinem Auftraggeber Storz, der selbst mit MWM-Libero arbeitet und daher das Projekt einlesen kann. Da alle Informationen nachvollziehbar aufgeführt sind, steht der monatlichen Rechnungsstellung, aufgeteilt entsprechend der beiden Kostenträger, nichts im Wege. Sollte der Auftraggeber ein anderes Abrechnungsprogramm benutzen, kann das Projekt in dieses ebenfalls eingelesen werden, da über die X31-Datei die Kriterien mit ausgegeben werden.

Entscheidend für die Abrechnung: Nachvollziehbarkeit der Daten

Mit MWM-Libero sind für den Bautechniker ein schnelles Arbeiten sowie jederzeit eine Nachvollziehbarkeit der Daten möglich. So kann Tobias Pfleghar eine einscannte Skizze an das entsprechende Aufmaßblatt anfügen und seine Bauabrechnungen nicht nur mit Fotos, sondern auch mittels PDF-Dateien dokumentieren. Auch kann er die Mengenermittlung mit einem A4-Ausschnitt aus einer CAD-Zeichnung erläutern. Das Programm ergänzt die einzelne PDF-Seite mit einer Projektüberschrift und einer neuen Seitennummer. Damit ist der komplette Ausdruck ? Mengenermittlung und integrierte PDF-Dateien ? revisionssicher beschriftet und nummeriert.

Laut Pfleghar ist MWM-Libero trotz der notwendigen umfangreichen Funktionalitäten äußerst anwenderfreundlich in der Bedienung. Wichtig für ihn seien, dass jederzeit eine Übersicht über den Leistungsstand vorliegt und nach vielfältigen Kriterien selektiert werden kann. „So kann ich zum Beispiel schnell einen Massendruck nur von der Rampenbrücke Ost erstellen.“

www.mwm.de und www.storz-tuttlingen.de/

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