MWM-Baustelle

Sanierung eines Barockschlosses: MWM-Libero vereinfacht komplexe Abrechnung von Bauleistungen

Vor mehr als 20 Jahren wurde das Schloss Bensberg vor den Toren Kölns als Grand Hotel eröffnet. 2023 stand die Sanierung der Außenwände an. Die barocke Fassade mit vielen Schmuckelementen erschwerte die Ermittlung der Fläche, die zur Abrechnung der Bauleistungen herangezogen wird. Mit Hilfe der Software MWM-Libero gelang es, das komplexe Unterfangen der Mengenermittlung zu vereinfachen und die erbrachten Leistungen nachvollziehbar aufzulisten. 

Bensberg ist ein Stadtteil von Bergisch-Gladbach östlich von Köln. Das Schloss Bensberg wurde im frühen 18. Jahrhundert im Auftrag von Kurfürst Johann Wilhelm II im Stil von Versailles errichtet. Das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude diente nach den beiden Weltkriegen als Kaserne für Besatzungstruppen, später war darin ein Gymnasium untergebracht. Nach einer aufwendigen Sanierung wurde das einstige Jagdschloss 2000 als Luxushotel wiedereröffnet. So residieren statt Soldaten und Schülern heute Gäste aus aller Welt in luxuriösen Zimmern und 34 Suiten. Von den Wandverzierungen des Barockschlosses östlich des Rheins war schon Goethe begeistert, der schrieb, dass ihn diese „über alle Maßen entzückten“. Der deutsche Dichter hätte sich wahrscheinlich nicht vorstellen können, wie sehr 275 Jahre später die Vielzahl unterschiedlicher Schmuckelemente das Leben eines Abrechners erschweren würden.

Von 2023 bis 2025 wurde die barocke Fassade im Auftrag der Hotelbetreiber gereinigt und frisch gestrichen. Den Auftrag hierfür erhielt die Kölner Firma lienenlüke reinsch plus, die umfassende Dienstleistungen für die Sanierung von Gebäuden anbietet. Mit der Mengenermittlung und Abrechnung der Leistungen in den Gewerken Gerüstbau und Malerarbeiten wurde der selbstständige Abrechner Johannes Jung betraut.

Herausforderung 1: Ausgeführte Leistungen nachvollziehbar machen
Das Grundprinzip für die Abrechnung von Bauleistungen klingt auf den ersten Blick ganz einfach: Laut § 14 VOB, Teil B hat der Auftragnehmer seine Leistungen prüfbar und übersichtlich abzurechnen. Doch in der Praxis kann dieser Prozess sehr aufwendig sein. Nämlich dann, wenn wie hier am Schloss Bensberg mehrere Flügel und Gebäudeteile zu berücksichtigen sind, die sich über eine Fassadenfläche von etwa 15.000 Quadratmetern erstrecken, und die barocke Fassade mit einer großen Menge und Vielfalt an Zierelementen versehen ist. Auch in einem solchen Fall muss die Leistungsabrechnung prüfbar und für den Auftraggeber nachvollziehbar sein. „Ist sie das nicht, wird die Rechnung womöglich zurückgeschickt und moniert“, sagt Wilhelm Veenhuis, Geschäftsführer von MWM Software. Mit MWM-Libero ist es möglich, den Baukörper in beliebig viele überschaubare Abschnitte einzuteilen. In Folge kann die abgerechnete Leistung eindeutig einem Fassadenteil zugeordnet werden. Und das ist wichtig, weiß Johannes Jung, der schon seit 26 Jahren mit der Software MWM-Libero arbeitet. 
Grundlage für die Berechnung ist das beauftragte Leistungsverzeichnis des Architekten. Je nachdem, ob Arbeiten an der Fassade selbst, am Fenstersims oder an einem Schmuckelement durchgeführt wurden, wird die Leistung anders bewertet und berechnet. Das ausführende Gewerk muss nachweisen, wie sich die Ansicht einer Fassadenfläche in ihrer Ganzheit vom Dach bis zum Boden in einer verständlich gegliederten Form von Massenansätzen ermitteln und veranschaulichen lässt.
Veenhuis: „In MWM-Libero kann der Abrechner die Abfolge der Maße für jedes einzelne Element eingeben. Am Ende werden die jeweiligen Massenansätze ihren Leistungspositionen zugeordnet.“ Da sich die Vorbereitungs - und Malerarbeiten über einen Zeitraum von drei Jahren erstreckten, wurden dem Leistungsstand entsprechend Teilrechnungen in kumulierter Form mit der Zuordnung der ausgeführten Arbeiten in die jeweiligen Positionen erstellt. Dadurch kann der Auftraggeber – in diesem Fall der Hotelbetreiber Althoff – die Einzelrechnungen im Detail nachvollziehen und sicher gehen, dass alles schlüssig ist.


Herausforderung 2: 3D-Zierelemente in 2D-Flächen umwandeln

Was passiert, wenn ein Mathematiker mit einem „Schneider“-Maßband aufs Gerüst steigt? Was der Beginn einer Slapstick-Komödie sein könnte, gehört zum Arbeitsalltag von Johannes Jung. Als Abrechner darf er jedenfalls keine Höhenangst haben und er muss per se ein genauer Mensch sein. Dass beides auf Jung zutrifft, davon konnte sich Wilhelm Veenhuis schon während der Abwicklung vieler Projekte überzeugen. „Es gibt kaum jemanden, der so detailversessen auf jede Fuge und beim Maßnehmen auf jeden Zentimeter achtet“, weiß der MWM-Geschäftsführer. Um die komplexe Mengenermittlung in überschaubare Schritte zu zerlegen, teilte Jung zunächst die Außenfassade des Luxushotels in 40 Einzelfassaden auf. Diese arbeitete er von oben nach unten – also von Dachanschluss bis Sockel – ab. Und da die barocken Architekten des 18. Jahrhunderts ein Faible für schwungvolle Verzierungen hatten, musste Jung über mehrere Monate hinweg die Fassaden vom Gerüst aus über deren Gerüstlagen erfassen. Denn für die Bestimmung der Leistungen an der Fassade sind hierfür grundlegend die behandelten Flächen zu ermitteln. Demzufolge sind für alle Elemente wie Gesimse, Bossen, Triglyphen, Dreiecks – und Segmentbogengiebeln, Stützen und Säulen, Balustraden und umfangreiche Fensterfaschen mit Konsolen die Flächen schrittweise mit entsprechenden Erläuterungen über die abgewickelten Teilflächen insgesamt zu ermitteln. 
In MWM-Libero lassen sich alle Formeln und mathematischen Werte sowie alle Normen und Vorschriften zur Bauausführung hinterlegen, sodass sich eine korrekte Mengenermittlung ergibt. Jung nahm also sowohl Zollstock als auch das elastische Schneider-Maßband mit zur Hand. Er maß jedes schneckenförmige Element, jeden Fenstersims und Giebel und jede komplex geformte Bauteiloberfläche ab und trug die Werte anschließend in die Software ein. Diese wandelte die Daten in Flächen wie Rechtecke oder Trapeze um. Die opulente und reich verzierte Fassade wurde sozusagen zu einer ebenen Fläche „ausgerollt“.

So unterstützt MWM-Libero bei der Hochrechnung zukünftiger Fassadenabschnitte

Die einzelnen Schlossfassaden ähneln sich auf den ersten Blick, sind aber nicht identisch. „Die Mengenermittlung für einen Fassadenbereich schafft mit ihrer Massenübersicht als Konzept die Voraussetzung, systematisch die gesamte Fassade zu erfassen. Das erleichtert die Arbeit enorm“, so Jung. „MWM-Libero stellt bei Bedarf verschiedene Auswertungen zur Verfügung. Solch eine Auswertung kann als Basis für eine Flächen-Hochrechnung von zukünftigen Fassadenabschnitten dienen“, erläutert Wilhelm Veenhuis. Es lässt sich also aus der Mengenermittlung erschließen, wie viel Farbe für ein ähnliches Bauteil benötigt wird. Das hilft dem Malerbetrieb, für den nächsten Fassadenabschnitt den Materialaufwand zu kalkulieren.

Am Ende stand fest, das rund 15.000 Quadratmeter Fassade gereinigt und umfangreich saniert wurden. Aufgrund der Vielzahl der verschiedenen Fassadenelemente und der langen Ausführungszeit war dieser Auftrag auch für Jung nicht alltäglich. Die komplette Mengenermittlung umfasste zum Schluss mehrere tausend Seiten. Allein das zeigt, um welche umfangreiche und kleinteilige Aufgabe es sich handelte. Jungs Fazit: „Die Mengenermittlung und Bauabrechnung für so große und komplexe Projekte wie der Fassade des Schloss Bensberg ist mit einer einfachen Tabellenkalkulation wie Excel nicht machbar. Ohne MWM-Libero könnte ich ein Projekt dieser Größenordnung gar nicht abwickeln.“

56 Zeichen statt 9

Bis sich Normen und Regelungen an veränderte Anforderungen im Bauwesen anpassen, dauert es meist eine Weile. Ursprünglich hatte die Verordnung (REB 23.003) für die Erläuterung eines Aufmaßdatensatzes eine Länge von 9 Zeichen vorgesehen. Wilhelm Veenhuis, Geschäftsführer von MWM Software, ist Mitglied im Bundesverband Software und Digitalisierung im Bauwesen (BVBS) und hat sich mehrere Jahre lang dafür engagiert, dass längere Erläuterungen in der Mengenermittlung zugelassen werden. Die Überarbeitung der Norm zur neuen Austauschdatei GAEB X31 (der Vorgänger war die DA11) hatte zum Ergebnis, dass Erläuterungen 56 Zeichen lang sein dürfen. Mit MWM-Libero ist es möglich, diese langen Erläuterungen anzuwenden, was Johannes Jung die Arbeit an der Bauabrechnung für das Schloss Bensberg erleichterte. „Für solche großen und anspruchsvollen Projekte brauchen wir einfach diese langen Erläuterungen“, bekräftigt Veenhuis, „um einzelne Bauabschnitte besser dokumentieren zu können“.

www.mwm.de

Weitere Informationen erhalten Sie von...

MWM Software & Beratung GmbH
Dipl.-Ing. (FH) Stefan Berensmann   
Combahnstraße 43
53225 Bonn
Fon 0228 / 400 68-0
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Waldecker PR GmbH
Büro für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ansprechpartnerin:
Susanne Frank, Telefon: 0152-09462290
Hochgrabenstr. 22, 90617 Puschendorf
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Internet: www.waldecker-pr.de